Welches Medikament ist das Richtige?

files/rc_ac/theme/dosieraerosol.jpgIm Rahmen der Inhalationstherapie von chronischen Lungenerkrankungen werden mithilfe von Dosieraerosolen atemwegserweiternde und entzündungshemmende Wirkstoffe inhaliert. Grundsätzlich sind alle gängigen Dosieraerosole mit dem RC-Animal-Chamber PFERD kompatibel.

Dosieraerosole sind derzeit ausschließlich als Präparate aus der Humanmedizin erhältlich. Nach einer Umwidmung durch einen Tierarzt ist die Anwendung von Humanpräparaten für Pferde möglich. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über die Möglichkeit einer Umwidmung.

Langzeittherapie

Aus der veterinärmedizinischen Fachliteratur liegen Dosierungsempfehlungen für Pferde für folgende als Dosieraerosol erhältliche Medikamente vor*:

WirkstoffHandelsnameDosisHäufigkeit
Fluticason z.B. Flutide 1 mg 2 x täglich
Salmeterol z.B. Aeromax, Serevent 350 μg 3 x täglich

[μg = Mikrogramm (gibt hier die Menge des Medikaments an, die bei einem einzelnen Sprühstoß mit einem Dosieraerosol freigesetzt wird; je nach Dosieraerosol kann diese Menge variieren)

Fluticason ist ein kortisonhaltiger Wirkstoff, der die entzündlichen Prozesse in den Bronchien hemmt. Salmeterol gehört zur Gruppe der langwirksamen Bronchodilatatoren, die eine Weitung der Atemwege bewirken.

Notfalltherapie

Um bei heftigen Symptomen schnell Abhilfe zu schaffen, kommen in der Humanmedizin auch Notfall-Medikamente zum Einsatz. Diese kurzwirksamen Bronchodilataoren werden nur bei Bedarf und nicht als Dauermedikation gegeben.

Häufig wird in der Humanmedizin z.B. der Wirkstoff „Salbutamol“ (Handelsnamen z.B. Apsomol, Broncho-Inhalat, Bronchospray sowie zahlreiche Generika) verabreicht. Salbutamol bewirkt eine rasche Weitung der Bronchien, indem die Bronchialmuskulatur entspannt wird.

Therapie von allergischer COB

Liegt der Erkrankung Ihres Pferdes ein allergisches Geschehen zugrunde, kann auch der in Apotheken frei verkäufliche Wirkstoff „Cromoglicinsäure“ (Handelsname „Intal“) als Dosieraerosol präventiv zum Einsatz kommen.

Cromoglicinsäure bewirkt eine Stabilisierung der an allergischen Geschehen beteiligten Mastzellen, damit sogenannte Entzündungsmediatoren wie z.B. Histamin nicht ausgeschüttet werden.

Der Wirkstoff wird rein prophylaktisch gegeben und ist für die Gabe im Notfall ungeeignet.


*Carolin, Ehrmann: Tief durchatmen - Inhalative Therapie chronischer Atemwegserkrankungen beim Pferd. In: Hundkatzepferd 6/12, Darmstadt 2012, S. 28-29.